Zooniverse, Projekte für Crowdresearch

Heute stellen wir euch eine sehr geeignete und durchdachte Plattform vor, welche sich auf Bereitstellung von Crowdcomputing und Crowdresearch Projekten spezialisiert hat. Die Plattform Zooniverse bietet jedem Wissenschaftler oder auch Hobbywissenschaftler die Infrastruktur um eigene Crowdresearchprojekte zu realisieren. Bei Crowdresearch geht es nicht darum Rechenleistung von unbenützten Computern privater Personen zu nutzen und diese Leistung zusammen zu führen, sondern es geht oft darum, dass so viel Forschungsmaterial angefallen ist, was man selbst nicht oder auch nicht einem Team von ein paar Personen zu 100% sichten kann. Ein Projekt wäre z.B. das Zählen von Sternen oder Sternschnuppen in Videos oder die Auswertung von Satellitenbilden um z.B. Wälder oder Häuser zu zählen. Diese Daten könnten mit reinen Computerprogrammen nicht ausgewertet werden, da ein Computer dann doch benötigte Aufgaben nicht erledigen kann bzw. es einige benötigte Programme noch gar nicht geben würde.

Zooniverse Projekte

Die Projekte sind in Kacheln bei Zooniverse angeordnet. Je nach belieben kann man sich die unterschiedlichen Projekte ansehen und auch gleich mitmachen und sich eintragen

Was hat man nun davon, wenn man z.B. als Privatperson beim Auswerten großen Mengen an Forschungsdaten hilft. Für viele Privatperson ist es Spass an der Arbeit und das Gefühl etwas bei einer Forschung beizutragen. Ein weiterer Pluspunkt und Motivationstreiber ist, dass man bei vielen Projekten bei einer Entdeckung auch namentlich erwähnt wird und auch auf Publikationen (Das Gradmesser in der Wissenschaft ist das Herausgeben von geschriebenen wissenschaftlichen Arbeiten, Publikation oder auch Paper genannt, welche dann, falls es sich um gute annehmbare Arbeiten handelt in Fachzeitschriften veröffentlich werden) mit dem eigenen Nachnamen erwähnt wird. Für Privatpersonen die z.B. einen normalen 8 Stunden Arbeitstag haben, kann das sehr befriedigend sein bzw. gibt es soviele Projekte auf Zooniverse und anderen Plattformen, dass immer genügend Projekte für jeden Geschmack dabei enthalten sind. Ausserdem sind die Mitarbeiter der Forschungsgruppen für jeden Helfer dankbar und ohne die Mithilfe vieler Einzelpersonen könnten viele Forschungsprojekte gar nicht begonnen bzw. zu Ende geführt werden.

Habt ihr ein Crowd Research Projekt?

Einen kleinen Beitrag wollten wir hier noch einfügen.

Falls ihr ein wissenschaftliches Projekt habt, bei welchem Ihr Hilfe (sei es Rechnerkapazität oder „echte“ manuelle Arbeit von Helfern) benötigen könnt und das schon erfolgreich gestartet habt. Also die Infrastruktur zum Mithelfen ist schon da und jeder kann jederzeit mithelfen. Sollten diese Bedinungen erfüllt sein, dann meldet euch doch bitte bei uns und wir werden sehen ob wir euer Projekt auf unserer Seite zu Cellcomputing vorstellen können.

LG

Cellcomputing.net wurde zwar 2008 aufgelöst, aber…

Cellcomputing.net wurde zwar 2008 aufgelöst, aber auf dieser Domain soll trotzdem oder gerade deswegen auch gezeigt werden, was bei dem Projekt von Cellcomputing.net vorangetrieben wurde.

Bei Cellcomputing.net handelte es sich um eine Plattform welche über das Netzwerk Berkeley Open Infrastructure for Network Computing biomedizinische Forschung betrieben hatte. Es geht dabei darum das oft im biologisch-medizinisch und astronimischen Bereichen sehr viele Berechnungen durchzuführen sind. Sicher gibt es dafür Supercomputer, welche für diese Berechnungen verwendet werden können, aber so viele Supercomputer gibt es halt dann noch nicht.

CellcomputingBei Cellcomputing.net hatte man also versucht über das oben genannte Berkeley Open Infrastructure for Network Computing, Rechenkapazitäten von Privatcomputern zu verwenden. Hierbei ging man so vor:

Es gibt z.B. eine Person die sehr viel mit dem Computer arbeitet, sagen wir so 8 Stunden am Tag und während der Nacht bleibt der Computer eingeschaltet. Nun will diese Person bei Berechnungen für die Forschung mit seiner Rechenkapazität aushelfen. Dafür meldet er sich bei Cellcomputing oder anderen Seiten an (Cellcomputing ist ja 2008 ausgelaufen, aber es gibt noch genug andere Projekte die eure Rechnerkapazitäten gut gebrauchen könnten). In der Nacht schaltet er dann einfach das jeweilige Programm ein und der Rechner wird automatisch mit unzähligen anderen Rechnern verwendet um schwierige Kalkulationen auszuführen. In dem Moment wo man seine eigenen eigenen Rechner wieder zu 100% benötigt schaltet man das Programm einfach wieder aus. Bei vielen Programmen kann man auch eingeben, das immer nur max. 10% der Prozessorleistung verwendet werden soll.

Dadurch könnte man den Rechner auch nebenbei für Forschungsarbeit rechnen lassen. Ich finde die Idee hinter solcher Projekten extrem interessant, da damit auch nicht studierte Personen und Menschen ohne akademischen Abschluß einen Beitrag zur Forschung auf wichtigen Gebieten leisten können. Ein Computer hat fast jeder zu Hause und da kann man doch etwas von der Rechenleistung auch anderwertig für einen ehrhaften Einsatz verwenden.

Wir werden natürlich auch noch über andere Projekte dieser Art schreiben, welche Boinc das Berkeley Open Infrastructure for Network Computing nützen und was Ihr alles mit euren Rechnern unterstützen könnt.

Wo Ihr z.B. auch tatkräftig unterstützen könnt (in diesem Fall mit euren Augen und euren Schreibfertigkeiten) ist das Projekt www.chimpandsee.org, welches freiwillige Mithelfer benötigt um 30 Sekunden Filme von Urwaldaufnahmen einordnen zu können. Seht euch die Seite mal an und ihr werdet sofort merken wie ich das meine. Solche Projekte gibt es unzählige und jeder kann einen Beitrag dazu leisten und damit ihr solche Beitrage auch schneller findet, werden hier ab und zu auch neue Forschungsprojekte vorgestellt wobei ihr immer in irgendeinerweise mit- bzw. aushelfen könnt. Sei es mit eurem Rechner oder durch Bilder und Filme zuordnen und durch das Lösen von Rätseln.